Das Steinerne Haus

Am 28. November 1363 wurde Werner II von Falkenberg von Graf Gottfried VII als Erbburgmann der Burg angenommen und erhielt in der Stadt ein Haus als Burgsitz mit dem dazu gehörigen Burggut zugewiesen. Nach Aussterben dieser Linie fiel das Lehen 1441 wieder an die Grafen von Ziegenhain zurück, bis das Haus 1450 mit der Grafschaft in hessischen Besitz über ging. 1543 übergab Landgraf Philipp aus „besonderen Gnaden, seiner getreuen Dienste willen“ dieses Lehen dem ersten Hauptmann der Festung, Heinz von Lüder. 

Zuvor wohnte Joh. Fischer, den. Walter, Vogt zu Treysa und Rentmeister beim Bau der Festung, in diesem Haus. 16 Jahre lang, bis zu seinem Tode, bewohnte Heinz von Lüder dieses Haus, das neben einer Wasserleitung auch ein Brauhaus hatte. Ehe das Haus -einem Erbvertrag entsprechend- in den Besitz des Amtmannes Johann Meckbach überging, wohnte der Rentmeister Eckhard Feige im Steinernen Haus (sein Grabstein ist noch heute am Haus zu sehen). Am 20. November 1599 wurden die Söhne des hessischen Jägermeisters Georg Schnetzel, gen. Preuß, Wilhelm und Burghard von Landgraf Moritz mit Burgsitz und Burggut belehnt. Als am 1. Januar 1653 der frühere Hofmarschall Oberst Jakob von Hoff, von Wilhelm VI zum Kommandanten der Festung ernannt, nach Ziegenhain kam, erwarb dieser das Steinerne Haus und ließ es 1659 – 1661 zu der Form umbauen, die es heute noch bestimmt. 

Ehe es dann durch Erbschaft in den Besitz des Barons von Schwertzell kam, bewohnte Karl von Hattenbach, Gouveneur der Festung, in den Jahren 1729 bis 1739 das Gebäude. Im Gegensatz zur Familie von Schwertzell, die das Haus fast 100 Jahre behielt, verkaufte es der nachfolgende Besitzer, der Landjägermeister von Buttlar, schon nach 6 Jahren 1838 an Gg. Auffart. Von 1866 bis 1892 befand sich dann hier das Landratsamt. Das Steinerne Haus, dem dann 1910 Adolf Winkelstern sein heutiges Aussehen gab, ist 1938 vom Kreis Ziegenhain erworben worden und beherbergt seitdem das Museum der Schwalm. Nach dem 2. Weltkrieg wohnten in mehreren Räumen Flüchtlinge. Durch die Gebietsreform in 1974 ging das Eigentum auf den Schwalm-Eder-Kreis über. Der Pachtvertrag mit dem Schwälmer Heimatbund bleibt unverändert stehen bis zum Jahr 2050 und kann, wie vertraglich vereinbart, durch den Schwälmer Heimatbund verlängert werden.